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Vier weitere Brennstoffzellenbusse für den Industriepark Höchst



Foto: HA Hessen Agentur GmbH / Hosan / Winzenhöler Bild: Foto: HA Hessen Agentur GmbH / Hosan / Winzenhöler

Der Omnibusbetrieb Winzenhöler GmbH & Co. KG, Mitglied der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V., hat Anfang des Jahres 2019 vier Brennstoffzellenbusse erworben. Die mit Wasserstoff betriebenen Busse, die aus einem Pilotprojekt der Hamburger Hochbahn AG stammen, werden auf dem Gelände des Industrieparks Höchst im regulären Werksverkehr eingesetzt. Mit insgesamt acht Brennstoffzellenbussen ist die Flotte des Busunternehmers Christian Winzenhöler die derzeit größte in Deutschland.

Die Wasserstoffbusse hat das Busunternehmen Winzenhöler im Rahmen einer Ausschreibung von der Fahrzeugwerkstätten Falkenried GmbH, die den Fuhrpark der HOCHBAHN betreut, erworben. Bei den zwölf Meter langen Fahrzeugen handelt es sich um vier Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellenantrieb. Vier weitere, baugleiche Busse werden bereits im Unternehmen eingesetzt. Letztere stammen aus Schweizer Mobilitätsprojekten und wurden ebenfalls gebraucht erworben. Die ersten beiden dieser Busse haben bereits im Oktober 2017 den Fahrgastbetrieb auf dem Betriebsgelände des Industrieparks Höchst aufgenommen.

Zu seinen bisherigen Erfahrungen befragt, sagte Geschäftsführer Christian Winzenhöler: "Alleine die Tatsache, dass unser Unternehmen die vier Busse der HOCHBAHN ohne Fördermittel erworben hat, spricht für sich. Ich bin von der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie voll und ganz überzeugt und kann aus meiner Praxiserfahrung sagen, dass sie im Fahrgastbetrieb stabil und zuverlässig läuft. So lag im zweiten Halbjahr 2018 die Verfügbarkeit unserer Brennstoffzellenbusse auf einem vergleichbaren Niveau wie die unserer Dieselbusse."

Zwei der insgesamt acht Brennstoffzellenbusse des Unternehmens fungieren als Ersatzteilträger, auf die im Rahmen von Wartungs- und Reparaturarbeiten bei Bedarf zurückgegriffen wird. Denn Ersatzteile vom Hersteller sind derzeit nur als relativ kostspielige Einzelanfertigungen mit längerer Lieferzeit erhältlich, da die Busse aus einer Kleinstserie bzw. Prototypenfertigung zu Forschungszwecken stammen.

Busse mit rein batterieelektrischem Antrieb und Reichweiten von 130 bis 200 Kilometer sind für Winzenhöler keine Alternative zu Wasserstoffbussen. Denn die Busse des Unternehmens haben Tagesumläufe von bis zu 450 Kilometern. Diese Streckenlängen sind nur mit Brennstoffzellenbussen zu bewältigen. In Bezug auf die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) liegen beide Technologien nahezu gleichauf. Zwar sind batterieelektrische Busse günstiger in der Anschaffung. Dieser Vorteil relativiert sich jedoch, wenn man die Kosten für den Aufbau der Ladeinfrastruktur und des Netzanschlusses sowie die organisatorischen Herausforderungen beim Betriebshofmanagement mit einbezieht. Ein Vorzug des Standorts in Frankfurt-Höchst ist, dass dort bereits seit rund 12 Jahren eine 350-bar-Wasserstofftankstelle zur Verfügung steht, an der die Busse innerhalb kurzer Zeit – ähnlich schnell wie bei einem Dieselbus – betankt werden.

Winzenhöler gibt als Unternehmensziel an, die gesamte Busflotte – diese umfasst derzeit 45 Fahrzeuge – emissionsfrei zu betreiben. Einen Zeitrahmen dafür kann er jedoch noch nicht nennen, denn dieser hängt auch von den Serienfertigungsplänen der Hersteller ab. Hier wünsche er sich ein stärkeres Engagement der renommierten deutschen und europäischen Hersteller. Bisher bietet nach seiner Kenntnis nur ein europäischer Bushersteller Brennstoffzellenbusse aus einer seriennahen Fertigung an, allerdings mit sehr langen Lieferzeiten. Zumindest zeigen inzwischen eine größere Anzahl europäischer und internationaler Hersteller weitere Modelle als Prototypen und planen die Serienfertigung. Eine höhere Dynamik ist bereits in Asien zu finden.

Dr. Heinrich Lienkamp, Vorsitzender der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V., begrüßt ausdrücklich die Aktivitäten des Mitgliedsunternehmens Winzenhöler. "Das Busunternehmen Winzenhöler hat echte Pionierarbeit im Bereich der Wasserstoffmobilität in Hessen geleistet. Und wir sind stolz darauf, dass in Kürze weitere Wasserstoffprojekte im ÖPNV an den Start gehen. So werden noch im Jahr 2019 elf Wasserstoffbusse verteilt auf Wiesbaden, Frankfurt am Main und Mainz den Fahrgastbetrieb aufnehmen."

"Darüber hinaus wurde inzwischen von weiteren Busbetreibern in Hessen Interesse am Einsatz dieser Technologie bekundet", sagt Markus Lämmer, Projektmanager Wasserstoff und Brennstoffzellen der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA), die die Geschäftsstelle der H2BZ-Initiative Hessen bei der HA Hessen Agentur GmbH betreibt.  

Unternehmen, die sich für emissionsfreie Mobilitätslösungen interessieren und kompetente Unterstützung bei der Planung eigener Projekte und der Evaluation geeigneter Fördermöglichkeiten wünschen, können sich an die LEA wenden.

 

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Das Land Hessen verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk von Unternehmen und Hochschulen, die hervorragende Kompetenzen auf dem Gebiet der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie besitzen. Daher unterstützt die Hessische LandesEnergieAgentur (LEA) bei der HA Hessen Agentur GmbH im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen aktiv die H2BZ-Initiative Hessen e. V. www.h2bz-hessen.de

Die HA Hessen Agentur GmbH ist die Dienstleistungsgesellschaft des Landes. Sie setzt Projekte, Kampagnen und Förderaktivitäten um und fungiert zudem als Berater und „Think Tank“. Ihr Kernziel ist die bestmögliche Unterstützung des Landes Hessen und anderer öffentlicher Institutionen bei der Erreichung ihrer Ziele im Rahmen der hessischen Wirtschaftsförderung. Weitere Informationen finden Sie unter www.hessen-agentur.de

 

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