Innovatives Aquakulturfutter aus Insekten: LOEWE fördert Forschungsprojekt „Aqualnsect“

Minister Gremmels überreicht Zuwendungsvertrag über 448.200 Euro

Wissenschaftsminister Timon Gremmels erklärt: „Mit dem Projekt ‚AquaInsect‘ fördern wir eine innovative Lösung für mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion.“

v.l.n.r.: sind folgende Personen zu sehen, v.l.n.r.: Nadine Osorio Villazan, HA Hessen Agentur GmbH, Projektträger, Prof. Dr. Andreas Gattinger, Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Institutsleitung, Fraunhofer IME, Staatsminister Timon Gremmels, Sven Damm, Geschäftsführer, Damm Aquakultur GmbH & Co. KG, Dr. Patrick Klüber, Fraunhofer IME, Prof. Dr. Holger Zorn, Stellvertretende Institutsleitung, Fraunhofer IME
© Petra A. Killick / Hessen Agentur
v.l.n.r.: sind folgende Personen zu sehen, v.l.n.r.: Nadine Osorio Villazan, HA Hessen Agentur GmbH, Projektträger, Prof. Dr. Andreas Gattinger, Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Institutsleitung, Fraunhofer IME, Staatsminister Timon Gremmels, Sven Damm, Geschäftsführer, Damm Aquakultur GmbH & Co. KG, Dr. Patrick Klüber, Fraunhofer IME, Prof. Dr. Holger Zorn, Stellvertretende Institutsleitung, Fraunhofer IME

Die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln gewinnt angesichts steigender Umweltanforderungen und globaler Lieferketten zunehmend an Bedeutung. Im Projekt „Aqualnsect Innovatives Aquakulturfutter aus Insekten“ entwickelt das Unternehmen Damm Aquakultur GmbH & Co. KG gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Gießen (Fraunhofer IME), der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der lllucens GmbH aus Ahaus ein neuartiges Garnelenfutter, das vollständig ohne Fischmehl auskommt und auf regionalen Stoffkreisläufen basiert. Wissenschaftsminister Timon Gremmels hat sich heute am Fraunhofer IME über das Projekt informiert und einen Zuwendungsvertrag überreicht: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur fördert „Aqualnsect“ mit rund 448.200 Euro. Das Geld stammt aus der Förderlinie 3 des Forschungsförderprogramms LOEWE. Sie stärkt die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschung.

Wissenschaftsminister Timon Gremmels erklärt: „Mit dem Projekt ‚AquaInsect‘ fördern wir eine innovative Lösung für mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion. Die Verbindung von regionaler Kreislaufwirtschaft, moderner Biotechnologie und ressourcenschonender Aquakultur zeigt beispielhaft, wie Forschung und Wirtschaft gemeinsam Antworten auf zentrale Zukunftsfragen entwickeln können.“

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung eines neuartigen Aquakulturfutters auf Basis von Insektenprotein. Die Insekten werden mit Reststoffen aus der Lebensmittelproduktion wie altem Brot oder nicht verkaufsfähigem Obst und Gemüse gefüttert. Dadurch entsteht eine ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichem Fischmehl, dessen Herstellung häufig mit hohen ökologischen Belastungen und langen Transportwegen verbunden ist.

Ziel des Projekts ist es, ein bezahlbares, regional erzeugtes und umweltfreundliches Futtermittel für die Aquakultur bereitzustellen. Gleichzeitig sollen Abhängigkeiten von Importen reduziert und die Versorgungssicherheit gestärkt werden. Neben der Herstellung des Futtermittels verfolgt „AquaInsect“ einen umfassenden Ansatz der Kreislaufwirtschaft. Die Insektenproduktion liefert Reststoffe, die sich als Biodünger weiterverwenden lassen und in die Landwirtschaft zurückgeführt werden können. So schließen sich Stoffkreisläufe und es entstehen zusätzliche wirtschaftliche Potenziale.

Sven Damm, Geschäftsführer der Damm Aquakultur GmbH & Co. KG sagt: „Unser Ziel ist es, die Aquakultur nachhaltiger und unabhängiger von globalen Rohstoffmärkten zu machen. Mit dem Einsatz von Insektenprotein aus regionalen Quellen schaffen wir eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem Fischmehl und stärken gleichzeitig die regionale Kreislaufwirtschaft.“

Dr. Patrick Klüber, Gruppenleiter am Institutsteil Bioressourcen des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME ergänzt: „Das Projekt bietet die Chance, innovative biotechnologische Verfahren mit praktischen Anwendungen in der zukunftsfähigen Lebensmittelproduktion zu verbinden. Besonders spannend ist der ganzheitliche Ansatz, bei dem Reststoffe sinnvoll genutzt und Stoffkreisläufe geschlossen werden.“

Folke Mühlhölzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der HA Hessen Agentur GmbH betont: „Aqualnsect' steht für anwendungsnahe Forschung mit konkretem Nutzen für Wirtschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher und Umwelt. Das Projekt trägt zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion bei, stärkt Wertschöpfungsketten in Hessen und zeigt zugleich, wie aus regionalen Reststoffen neue Produkte entstehen können klimafreundlich und mit Potenzial für stabilere Preise.“

Über LOEWE

LOEWE ist das hessische Programm zur Förderung von Spitzenforschung. Die Abkürzung steht für Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz. Die Förderlinie 3 zielt begleitend zur Unterstützung der Grundlagenforschung durch die LOEWE-Zentren und -Schwerpunkte auf die angewandte Forschung und Entwicklung. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die zwischen Kleinen und Mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen realisiert werden. Die LOEWE-Förderlinie 3 ist für alle Branchen und Technologien offen. Mehr Infos zu LOEWE gibt es auf loewe.hessen.de

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