Wirtschaft integriert: Evaluierung des Förderprogramms ABplus veröffentlicht

Das Förderprogramm Wirtschaft integriert ist 2016 gestartet. Nun liegt die Evaluierung des dritten Bausteins - des Programms ABplus - vor. Sie identifiziert Handlungsbedarfe sowie Verbesserungsmöglichkeiten und zieht insgesamt ein positives Fazit der Ausbildungsbegleitung.

Das Förderprogramm Wirtschaft integriert zielt darauf ab, Personen mit Sprachförderbedarf mittels sozialpädagogischer Begleitung, Stütz- und Förderunterricht sowie berufsbezogener Deutschförderung bei der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration zu unterstützen. Das Programm umfasst drei Bausteine: Berufsorientierung „BOplus“, Einstiegsqualifizierung „EQplus“ und Ausbildungsbegleitung „ABplus“. Für die Umsetzung und Koordination dieser Bausteine zeichnet das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) verantwortlich. Die Hessen Agentur hat den dritten Baustein des Förderprogramms ABplus evaluiert. Dieser sieht die Unterstützung von betrieblichen Auszubildenden mit Sprachförderbedarf im Hinblick auf den erfolgreichen Ausbildungsabschluss vor. Die Untersuchung umfasste u. a. Monitoringauswertungen, Online-Befragungen und Interviews mit Teilnehmenden, internen und externen Lehrkräften, sozialpädagogischen Fachkräften sowie zentralen Akteuren der beruflichen Bildung in Hessen.

Die Evaluierung kommt zu dem Ergebnis, dass ABplus eine im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesamtkontext wichtige Fördermaßnahme für Personen mit Sprachförderbedarf in Hessen darstellt. Seit Programmstart haben Stand Mitte 2025 rund 3.800 Personen an ABplus teilgenommen. Etwa 7 % aller ausländischen Auszubildenden in Hessen profitieren jährlich von der Förderung. Der Anteil bestandener Abschlussprüfungen lag unter den Teilnehmenden zum Untersuchungszeitpunkt bei 82 %, womit die Teilnehmenden eine vergleichbar hohe Erfolgsquote wie der Durchschnitt aller Auszubildenden erreichen. Auch die Befunde zum Verbleib nach Teilnahme an ABplus sind positiv zu werten: So verbleibt etwa die Hälfte der ABplus-Teilnehmenden direkt nach Beendigung der Maßnahme in sozialversicherungspflichtiger Arbeit – bei Personen, die die Teilnahme regulär beendeten, lag der Anteil sogar bei knapp 90 %.

Mit der Ansiedlung beim BWHW besitzt das Programm eine tragfähige institutionelle Struktur. Die hessenweit angebotenen Bausteine, die als Förderkette bei gleichzeitiger Offenheit für Quereinstiege konzipiert sind, haben sich in den vergangenen Jahren in der hessischen Förderlandschaft etabliert – es bestehen verlässliche Kooperationsbeziehungen zu den relevanten Akteuren der beruflichen Bildung, was u. a. einen niedrigschwelligen Zugang für Auszubildende und Betriebe in ABplus begünstigt.

Die Evaluation identifiziert verschiedene Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Projektumsetzung, darunter die Verbesserung der personellen, technischen und räumlichen Voraussetzungen an einzelnen ABplus-Standorten. Des Weiteren zeigen sich beispielsweise Möglichkeiten zur stärkeren formalen Verankerung der intern von BWHW und HMWVW abgestimmten Steuerungs- und Fördermodalitäten in förderrechtlichen Grundlagen.

Die Studie „Evaluierung III des Förderprogramms ‚Wirtschaft integriert‘ in Hessen: Ausbildungsbegleitung ABplus“ steht hier zum Download zur Verfügung.

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