Demografischer Wandel im Rheingau-Taunus-Kreis

Der Masterplan Demografischer Wandel 2030 für den Rheingau-Taunus-Kreis wird aktualisiert.

Im Jahr 2009 hat die Hessen Agentur den Masterplan Demografischer Wandel für den Rheingau-Taunus-Kreis erarbeitet. In der Zwischenzeit hat sich viel getan und auch der Rheingau-Taunus-Kreis hat eine große Zahl von Maßnahmen durchgeführt. Nun steht die Überprüfung der damals aufgestellten Ziele und Arbeitsschritte an. Nach einer bundesweiten Ausschreibung hat der Rheingau-Taunus-Kreis die Hessen Agentur mit dieser Aufgabe beauftragt.

Planungswerkstatt zum Start

Der Rheingau-Taunus-Kreis soll für die Zukunft fit sein. „Wir wollen attraktive, lebenswerte und zukunftsfähige Orte für unsere Bürgerinnen und Bürger erhalten. Wir laden die Bürgerinnen und Bürger ein, gemeinsam mit uns einen Weg zu finden“, so Landrat Frank Kilian zu Beginn der Planungswerkstatt.

Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Landrat Frank Kilian und Kreisbeigeordneter Thomas Zarda (Dezernent für Demografie-Angelegenheiten) haben sich – moderiert durch zwei Mitarbeiterinnen der Hessen Agentur, Birgit Imelli und Jana Schäfer – über die Leitziele verständigt, an denen sich die Kreisentwicklung in den nächsten zehn Jahren orientieren sollte. Dazu gehören: attraktive Wohnorte für alle, eine gelungene Verbindung von Privat- und Erwerbsleben, bedarfsgerechte Bildungsangebote, die medizinische Versorgung, wohnortnahe Pflege und der gesellschaftliche Zusammenhalt. Um sich auch über die naheliegenden Schritte klar zu werden, wurde der Umsetzungsstand überprüft – mit einem erfreulichen Ergebnis: Trotz der Arbeitsbelastung durch die Corona-Pandemie haben die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung bereits mit zahlreichen Arbeiten mit der Umsetzung der gesetzten Ziele begonnen.

Die Ergebnisse der Planungswerkstatt versteht die Kreisverwaltung als Diskussionsgrundlage für die Bürgerbeteiligung.

Bevölkerungsentwicklung als Grundlage

Die Entwicklung der Einwohnerzahl im Rheingau-Taunus-Kreis verläuft dynamischer als erwartet, berichtete Uwe van den Busch (Hessen Agentur). Während in den 2000er Jahren die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner zurückging, stieg sie ab 2011 an, um das Niveau jetzt zu halten. Hauptsächliche Ursache für diesen Prozess sind Wanderungsgewinne aus Hessen (vornehmlich aus Wiesbaden und dem Main-Taunus-Kreis) sowie von Schutzsuchenden aus dem Ausland. Der Landkreis ist besonders für Familien attraktiv. Das zeigt die Altersstruktur der Zuwandererinnen und -wanderer. Per Saldo ziehen mehr Menschen der Altersgruppe 25 bis unter 40 Jahre sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre in den Landkreis. Vergleichsweise günstige Wohnkosten könnten hierfür u.a. ausschlaggebend sein. Dagegen sind Abwanderungen in der Altersgruppe der 18 bis unter 25-Jährigen hoch, eine Ursache hierfür könnten Ausbildung oder Studium sein.

Nächste Schritte auf dem Weg zum Masterplan 2030

Das umfangreiche Arbeitsprogramm sieht vor, dass Kreisverwaltung, Städte und Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürger ihr Wissen und ihre Ideen bündeln und gemeinsam die Entwicklungsstrategie für den „Rheingau-Taunus-Kreis 2030“ erarbeiten.

In den kommenden Monaten wird die Hessen Agentur vorliegende Konzepte und Strategien auswerten, um zu nutzen, was bereits erarbeitet wurden. Das Projektteam der Hessen Agentur wird eine Bestandserhebung in den Kommunen über durchgeführte Maßnahmen durchführen sowie Gespräche mit allen Bürgermeistern der Kreiskommunen führen, um festzustellen, welche Maßnahmen besonders erfolgsversprechend sind. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden mittels eines Online- und eines Präsenz-Formats beteiligt. Das Team der Hessen Agentur wird die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsschritte zum Masterplan demografischer Wandel 2030 für den Rheingau-Taunus-Kreis zusammenführen. Die Fertigstellung ist für September des kommenden Jahres geplant.

Ansprechpartner

Birgit Imelli

Birgit Imelli

Projektmanagerin Servicestelle Vitale Orte

Abteilung

Wirtschaftsforschung & Landesentwicklung

+ 49 611 95017 8373

Jana Schäfer

Jana Schäfer

Projektmanagerin Wachstum und Nachhaltige Erneuerung I Servicestelle Vitale Orte

Abteilung

Wirtschaftsforschung & Landesentwicklung

+49 611 95017 8618