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Durch Serielles Sanieren zur Wärmewende



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Rund 45 Vertreter der Hessischen Bau- und Wohnungswirtschaft sowie Planer, TGA-Fachkräfte und Energieberater konnten sich am 16. Juni 2020 in einem Online-Seminar der LandesEnergieAgentur Hessen darüber informieren, wie Serielle Sanierungslösungen für Mietwohngebäude in Hessen schnell, kostengünstig, unter möglichst geringer Belastung der Mieter auf einen klimafreundlichen Standard  durchgeführt werden können.

"Eine Anhebung der Sanierungsquote auf zwei Prozent, wie von der Hessischen Landesregierung spätestens im Jahr 2025 angestrebt, ist nicht nur gut für die Erreichung der Wärmewende und den Klimaschutz, sondern führt auch zu einem prognostizierten Umsatzplus von rund einer Milliarde Euro für die hessischen Bauunternehmen. Dies schafft neue Arbeitsplätze und hilft, den Wohlstand in unserer Region dauerhaft zu erhalten. Einen entscheidenden Beitrag dazu kann die Serielle Sanierung leisten" betont der Geschäftsführer der LandesEnergieAgentur Hessen, Dr. Karsten McGovern.

 

 

Schneller und kostengünstiger sanieren mit digitalen Prozessen und vorgefertigten Modulen

Wie es geht, wurde in den Niederlanden schon gezeigt. Uwe Bigalke, Teamleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und zentraler Ansprechpartner für das Thema Serielle Sanierung in Deutschland, gab einen Überblick über die wesentlichen Aspekte des innovativen Sanierungsprinzips. Vorbild ist die niederländische Energiesprong-Initiative. Hier wurden Einfamilienhäuser innerhalb von nur zwei Wochen auf den Net-Zero-Standard gebracht. Dies heißt, dass sie bilanziell die Energiemenge selbst erzeugen, die sie im Verlauf eines Jahres für Heizung, Warmwasser und Strom benötigen.

"Unser Ziel ist es, mit der Seriellen Sanierung eine innovative Lösung zu etablieren, die auf digitalisierte Prozesse und einen hohen Vorfertigungsgrad setzt. Gebäude werden mit 3D-Scans erfasst und auf Basis dieser Daten werden Fassaden- und Solardachelemente sowie Heizungs- und Technikmodule passgenau gefertigt. Die Elemente müssen vor Ort nur montiert werden. Dies ermöglicht kürzere Baustellenzeiten, verursacht weniger Lärm und Baustaub und soll langfristig eine sozialverträgliche, warmmietneutrale Gebäudesanierung gewährleisten", so Bigalke. Um diese effiziente Sanierungsmethode bundesweit voranzubringen, hat die dena schon erste innovative Wohnungsunternehmen mit Bauunternehmen zusammengebracht, die bereit und in der Lage sind, standardisierte Serielle Sanierungslösungen anzubieten.

 

 

Hessen mit 2.000 Wohnungseinheiten weit vorn

In Hessen wollen bereits fünf Wohnungsunternehmen insgesamt 2.000 Wohneinheiten nach dem Energiesprong-Prinzip sanieren, berichtete Alexander Becker, Referent für Energiekonzepte und Mieterstrom bei der LEA. Aufgrund der unterschiedlichen Unternehmensgrößen erwartet er ein breites Spektrum an Erfahrungswerten. Außerdem sei festzustellen, dass sich innerhalb von Net-Zero-Projekten die Akzeptanz von Mieterstrommodellen signifikant erhöhe.

Einblicke in die Praxis lieferte Karin Hendriks, Leiterin Modernisierung bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW), die über ein Pilotprojekt in Rüdesheim berichtete. Dort hat das Berliner Start-up ecoworks GmbH als Generalübernehmer die Serielle Sanierung dreier Wohngebäude der NHW übernommen.

In den von ecoworks auf Grundlage von 3D-Scans vorgefertigten Fassadenmodulen und Dachelementen sind Fenster, Mineralfaserdämmung und Einbauten für die Haustechnik bereits integriert. Die Elemente werden auf der Baustelle wie eine "zweite Haut" an die vorhandene Fassade gesetzt. Außerdem errichtet und betreibt das Berliner Start-up die Energie- und Photovoltaikanlagen.

 

 

Einladung zum 2. Teil des Online-Seminars

Am 25. Juni 2020 findet von 10:00 bis 12:00 Uhr Teil 2 des Online-Seminars "Serielle Sanierung in Hessen" statt. Referenten sind u.a. Peter Ramge vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und Susanne Crezelius, Leiterin Themenfeld Förderung bei der LEA, die bereits Teil 1 der Veranstaltung moderierte. Emanuel Heisenberg wird über ein Pilot-Projekt in Idstein aus Sicht eines Generalübernehmers berichten. Anmeldung unter event@lea-hessen.com.

 

 

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Die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) in Wiesbaden ist eine hundertprozentige Tochter des Landes Hessen. Seit 2017 übernimmt die LEA im Auftrag der Hessischen Landesregierung zentrale Aufgaben bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten richtet sich an hessische Kommunen, die Unterstützung bei Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien erhalten können.

Die LEA versteht sich auch als Informationsplattform und bündelt dazu hessenweit Expertenwissen für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen und Organisationen in Hessen. www.lea-hessen.de

 

 

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Kontakt:

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Till Frommann
Kommunikationsmanager
Tel.: +49 611 95017-8639
E-Mail: till.frommann@lea-hessen.de