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„Wenn, dann mit einem Wasserstoffauto“

3rd eRallye Monte-Carlo – In the spirit of his famous elders!



Toyota Mirai bei der eRallye Monte Carlo (© Team Rosner) Bild: Toyota Mirai bei der eRallye Monte Carlo (© Team Rosner)

Wiesbaden / Monte Carlo, 05.12.2018 - Dr. Jan Rosner, Mitglied der H2BZ-Initiative Hessen hat als Fahrer gemeinsam mit Patrick Weber als Copilot und Navigator sowie Sonja Ackermann, zuständig für Service und Transport, sich der sportlichen Herausforderung gestellt. Das Team nahm im Oktober an der diesjährigen Rallye Monte-Carlo mit dem Toyota Mirai der H2BZ-Initiative Hessen teil. Insgesamt waren sieben Wasserstoffautos unter den 40 teilnehmenden Elektrofahrzeugen.

Die Mitglieder des Teams haben in der Vergangenheit bereits mehrere Rallyes erfolgreich absolviert. Mit der eRallye Monte-Carlo, an der nur Pkw mit elektrischem Antrieb zugelassen werden, hat sich das Team einer neuen Herausforderung gestellt. Dr. Jan Rosner fährt privat einen BMW i3 mit batterieelektrischem Antrieb. Für die eRallye wollte er ein Fahrzeug ausfindig machen, dass eine wesentlich höhere Reichweite vorweisen kann. So kam er zur H2BZ-Initiative Hessen und deren Toyota Mirai.

Erstmalig mit einem H2-Pkw an einer eRallye teilnehmen

„Wir nahmen die sportliche Herausforderung an, mit einem Brennstoffzellen-Auto, das uns vollständig unbekannt war, bei der eRallye Monte-Carlo erstmalig anzutreten“, so Rosner. Nach der Entscheidung folgten wochenlang exakte Dokumentationen und Recherchen in Form von Bildmaterial, Presseberichten, Literatur und Anfragen beim Veranstalter. Auch Anfragen bei OEMs und letztendlich bei der H2BZ-Initiative Hessen führten dann dazu, dass der Toyota Mirai der H2BZ-Initiative Hessen ausgewählt wurde.

„Aber die größte Anspannung mussten wir nach der Anmeldung aushalten. Es gab doppelt so viele Mitbewerber wie Startplätze. Bis zwei Wochen vor dem Starttermin wussten wir nicht, ob wir dabei sein und starten durften“, berichtet Rosner. „In dieser Ungewissheit musste ich Sponsoren und Unterkünfte suchen sowie die Recherche über die Wasserstoff-Betankung und den Transport des Mirai zum Startort Nevers durchführen. Auch einen Crashkurs Französisch habe ich absolviert.“

Technisch fit für die eRallye

Im Mirai mussten vier Kabel zur Beifahrerseite verlegt werden, damit der Copilot Weber das Wegstreckensignal sicher erhielt. Vom Veranstalter wird obligatorisch verlangt, einen Dauer-Plus/Minus-Anschluss für deren Trippy Transponder bereitzustellen. „Das Autohaus NIX in Frankfurt unterstützte uns bei der Ausstattung des Mirai mit einem fünften Rad. Alle Notwerkzeuge mussten griffbereit im Kofferraum positioniert werden. Unsere 500 Kilometer-Teststrecken absolvierten wir im Vorfeld: Hierbei testeten wir die Anzeigenakkuranz, diverse Varianten des Reifenluftdrucks und sogar die Fahreigenschaften mit eingeklappten Außenspiegeln. Unsere Elektronik haben wir auf einer per geeichtem Metermaß vermessenen Strecke justiert“, beschreibt Rosner die Vorbereitungszeit.

H2-Betankung kann entscheidend sein

„Mit Akribie habe ich herausgefunden, dass eine maximale Befüllung der Tanks möglich ist, wenn bis zu sechs Mal hintereinander der Tankprozess durchgeführt wird. Während der eRallye wurde abends nach der jeweiligen Etappe im Parc fermé an einer mobilen H2-Station von Air Liquide getankt. Am ersten Abend wäre es beinahe zum handfesten Gemenge gekommen, weil die Reihenfolge nicht eingehalten wurde. Nach Einschreiten der Sportkommissare wurde dies gelöst, indem alle sieben H2-Fahrer die Schlüssel dem Air Liquide Personal übergaben. Die 2. Etappe mit 390 km machte uns die größten Sorgen. Wir sind auf Verbindungsetappen teilweise mit 50 km/h gefahren, der Rekordminimalverbrauch lag bei 0,2 kg/100 km über etwa 80 km“, schildert Rosner.

Sportliche Herausforderungen meistern

Beim exakten „Schnittfahren“ muss man die Linksbremstechnik beherrschen – Die Fahrbalance wird durch das gleichzeitige Spiel mit Gas-(Strom)-Pedal und Bremspedal erreicht. Dabei erhitzten sich die Bremsen so stark, dass die erforderliche Bremsleistung nur durch schnelles Pumpen zu erzielen war. Das bei einspurigen, schmalen Bergstraßen ohne Abgrenzung und bis zu 300 Meter tiefen Abgründen.

„Nacht der langen Messer“

Besonders stolz ist das Team um Dr. Rosner auf die legendären Sonderprüfungen in der „Nacht der langen Messer“ mit je 38 km Länge bei Nacht und Nebel, also kaum Sichtweite. „Blindes Vertrauen zum Beifahrer und 100%ige Konzentration waren Voraussetzung. Zusammengefasst war die erfolgreiche Teilnahme die Erfüllung eines Traums. Mit einer adäquateren Messapparatur wollen wir 2019 erneut starten und unter den ersten fünf im Ziel ankommen.“

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