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Hessische Landesregierung veröffentlicht die Abschlussdokumentation des Modellprojektes "Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen"



Ist freiwilliges Engagement ein Baustein zur Integration geflüchteter Menschen und wenn ja, welche Voraussetzung braucht es zum Erfolg? Dieser Frage sind die hessischen Kommunen Roßdorf, Bad Sooden-Allendorf, Diemelstadt, Bürstadt, Eschborn, Gießen, Gudensberg, Mörfelden-Walldorf und Schöneck seit Januar 2017 mit unterschiedlichen Konzepten nachgegangen.

Integration durch bürgerschaftliches Engagement.

Ziel des Modellprojekts „Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen“ war es, neu Zugewanderte zu animieren, sich ehrenamtlich in die örtliche Gemeinschaft einzubringen. „Alle lokalen Projekte zeigen, dass Geflüchtete gerne aktiv werden, um mit ehrenamtlicher Arbeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten“, resümierte der Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer. Das von der Landesregierung geförderte Projekt ist am 2. Dezember 2017 mit einer Messe und dem Austausch von Erfahrungen von Beteiligten und Interessierten aus anderen Kommunen in der Landesehrenamtsagentur in Frankfurt zu Ende gegangen.


Impulse für weitere Kommunen in Hessen geben

Wichtig für den Erfolg seien verlässliche Partner vor Ort. „Ohne engagierte Menschen in den Kommunen, die sich in den jeweiligen Strukturen auskennen und die bereit sind, die Geflüchteten bei ihren ersten Gehversuchen als Ehrenamtliche zu unterstützen, funktioniert es nicht“, sagte Wintermeyer. Er wünsche sich, dass vom Modellprojekt Impulse für weitere Kommunen in Hessen ausgehen und noch mehr Konzepte entstehen, wie sich Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement begeistern lassen. Die Ideen reichten vom Einkaufsservice für Senioren (Bürstadt) über verschiedene Gartenprojekte (Mörfelden-Walldorf, Roßdorf), Nähstuben und Repair-Cafés (Diemelstadt, Roßdorf) bis zur Nachbarschaftshilfe (Bad Sooden-Allendorf), von Geflüchteten betriebenen Cafés (Gudensberg) und der Beteiligung Geflüchteter am Suppenfest (Schöneck). In Eschborn kam die Idee des dortigen Integrationsbeauftragten, geflüchtete Menschen in die laufenden Aktivitäten der örtlichen Vereine aufzunehmen, überraschend gut an. Ein besonderes Projekt hat die Universitätsstadt Gießen mit der studentischen „Free School“ entwickelt. Hier sind Geflüchtete ehrenamtlich als Kursleiter tätig.

Kulturelle Unterschiede überbrücken

„Das Modellprojekt hat gezeigt, dass es weiterer Aufklärung über die Hintergründe und Traditionen rund um das bürgerschaftliche Engagement bedarf, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken“, stellte der hessische Flüchtlingskoordinator fest und verwies auf eine derzeit laufende Befragung zum Ehrenamt im Kulturvergleich, die ebenfalls Eingang in die Abschlussdokumentation finden wird. Weiter habe sich gezeigt, dass manchmal ein längerer Atem erforderlich sei, um die einheimische Bevölkerung zu gewinnen. „Und wir haben gelernt, dass Begegnungsmöglichkeiten wie Cafés oder auch die gemeinsame Gartenarbeit hervorragend geeignet sind, um Einheimische und Geflüchtete zusammenzubringen und das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern.“

Hier können Sie die ausführliche Abschlussdokumentation des Modellprojektes herunterladen (PDF, 4.0 MB).

Detailierte Informationen und Projektbeispiele finden Sie hier.




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