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Soziale Stadt in Hessen: "Leuchtturmprojekte vor Ort" in Stadtallendorf



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Das Programmgebiet „Inseln in der Stadt I“ in Stadtallendorf stand im Mittelpunkt der HEGISS-Veranstaltungsreihe „Leuchtturmprojekte vor Ort“. Anhand ausgewählter Beispiele diskutierten die rund 60 Gäste vor Ort am 16. August sowohl über Erfolgsbedingungen als auch über Umsetzungshemmnisse in der sozialen Stadtteilentwicklung.

 


Das Programm Soziale Stadt konnte in den vergangenen Jahren vielerorts erheblich dazu beitragen, bei der Stabilisierung benachteiligter Stadtteile erfolgreiche Wege zu beschreiten und Lösungen zu entwickeln. Dieser Erfahrungsschatz wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leuchtturmprojekte vor Ort“ sichtbar und erlebbar gemacht. Dabei liefern die jeweiligen Strategien und Maßnahmen Erkenntnisse zu Themenfeldern, die auch für andere Programmstandorte relevant sind.

 


Hauptziel in Stadtallendorf ist es, die derzeit noch bestehende „Verinselung“ auf ethnischer, sozialer und baulicher Ebene aufzulösen. Die Ursache der „Verinselung“ liegt in der historisch bedingten hohen Bedeutung der Zuwanderung für die „Industriestadt“ begründet: Mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner Stadtallendorfs haben ihre Wurzeln in der Türkei, Russland, Italien, Polen oder Griechenland. Denn in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts benötigten die ansässigen Industrieunternehmen Arbeitskräfte. Und zuvor zogen nach Ende des Zweiten Weltkriegs Flüchtlinge und Vertriebene vornehmlich aus dem Sudetenland in die leer stehenden Baracken der während der NS-Zeit für die Rüstungsproduktion rekrutierten Zwangsarbeiter zu.

 


Die Auflösung der „Verinselung“ soll mit Orten der Begegnung und des Miteinanders erreicht werden. Hierzu lernten die Gäste vier zentrale Maßnahmen kennen: das Jugendzentrum als offenes Haus für alle Generationen, den Heinz-Lang-Park als zentralem grünen Begegnungs- und Freizeitort mit überregionaler Wirkung, das Stadtmuseum mit dem Schwerpunkt der Zuwanderungsgeschichte und den Südstadt-Kiosk als Anlaufstelle zur Bündelung sozialer und kultureller Aktivitäten. Einen besonderen Einblick erhielten die Gäste in die Entstehung der aufregenden Spiellandschaft „Piratenbucht“ im Heinz-Lang-Park – ein phantasievolles Beteiligungsprojekt mit Kindern.

 


Ein prägendes Element der Strategie Soziale Stadt ist die Aktivierung und Beteiligung der Stadtteilbevölkerung. Ohne die Menschen im Stadtteil und ihre Einbindung als Akteur/innen sind keine nachhaltigen Stadtteilentwicklungsprozesse möglich. Der Stellenwert von Aktivierung und Beteiligung ist auch deshalb so bedeutend, weil in benachteiligten Quartieren gesellschaftliche Ausgrenzungs- und Stigmatisierungserfahrungen hoch sind. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich viele Menschen im Sinne eines guten nachbarschaftlichen Zusammenlebens engagieren und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen.

 

 

Die bei der Hessen Agentur angesiedelte Servicestelle HEGISS (Hessische Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt) stellt im Auftrag des Landes den Soziale-Stadt-Standorten umfangreiche Beratungskompetenz zur Verfügung. Sie unterstützt und optimiert die interkommunale, ressort- wie trägerübergreifende Kooperation zwischen Projektgebieten, Kommunen und Landesebene. Kooperationspartner ist die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. (LAG).