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"Negative Folgen des Brexit minimieren, Chancen nutzen" - Neue Studie zu Erwartungen hessischer Unternehmer



Foto: Salome Rössler Bild: Foto: Salome Rössler

Der Verlauf der Brexit-Verhandlungen sorgt in der hessischen Wirtschaft für Verunsicherung. Dies hat eine Studie der Hessen-Agentur ermittelt: "Das Vereinigte Königreich ist unser fünftwichtigster Handelspartner, rund 350 britische Unternehmen unterhalten Standorte in Hessen", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums und des Hessischen Industrie- und Handelskammertags in Frankfurt. "Hessen ist deshalb vom Brexit besonders betroffen. Die Landesregierung unterstützt die Unternehmen, das Beste aus der Situation zu machen, die negativen Folgen soweit möglich zu minimieren und auch die sich in manchen Bereichen durch den Brexit ergebenden Chancen zu nutzen." 

An der Studie "Hessen und der Brexit" – der Fortsetzung einer gleichnamigen Untersuchung aus dem Vorjahr - beteiligten sich rund 500 Unternehmen, von denen jedes zweite Wirtschaftsbeziehungen nach England pflegt. Der Anteil derjenigen, die eine starke oder sehr starke Entfernung Groß-Britanniens von der EU befürchten, wuchs von 16 auf 37 Prozent. Anja Gauler, Leiterin der Abteilung "Wirtschaftsforschung und Landesentwicklung" bei der HA Hessen Agentur, stellte die Studie vor.

"Es ist belastend für Unternehmen und Arbeitnehmer, dass die Wirtschaft zehn Monate vor dem Brexit noch immer nicht weiß, was im Endeffekt auf sie zukommt", sagte Professor Dr. Wolfram Wrabetz, Vizepräsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertags. "Die jetzt vereinbarte Übergangsfrist bis Ende 2020 nimmt etwas Druck aus dem Kessel, aber die Zeit muss genutzt werden, um rasch ein umfassendes Freihandelsabkommens auszuhandeln, das den engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Seiten gerecht wird." 

In der Studie erklärten zwei Drittel (64 Prozent) der teilnehmenden Unternehmen, sie rechneten bei einem ungeregelten Austritt ohne Abkommen und Übergangszeit mit negativen Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Jedes zweite Unternehmen ist besorgt wegen möglicher Zollbarrieren, jedes vierte fürchtet Standortkonkurrenz durch Steuersenkungen jenseits des Kanals. 

Im Gegenzug könnte Hessen davon profitieren, dass bislang von London aus operierende internationale Unternehmen nun neue Standorte innerhalb der EU suchen müssen. Minister Al-Wazir war in den zwei Jahren seit dem Brexit-Referendum schon viermal in London, um für Hessen zu werben. Allein im Finanzsektor haben sich bisher bereits 18 Banken entschlossen, eine Niederlassung in Hessen zu gründen oder ihre bestehenden Aktivitäten hier auszuweiten. "Unsere Region bietet viel Potenzial für erfolgreiche Unternehmen: Leistungsfähige Infrastruktur, hohe Lebensqualität, eine lebendige Kulturszene und ausgeprägte Internationalität", sagte Al-Wazir. "Das müssen wir noch mehr präsentieren." 

"Manche hessischen Unternehmen bauen derzeit ihre Positionen im Vereinigten Königreich aus, andere stellen Investitionsentscheidungen zurück - das macht deutlich, wie dicht Chancen und Risiken beieinanderstehen", sagte der Minister.

"Wir werden die hessischen Unternehmen weiterhin mit aktuellen und fundierten Informationen versorgen und uns in Berlin und Brüssel für ihre Interessen einsetzen."

Hier können Sie die Studie herunterladen.




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