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85.000 Straßenleuchten in Hessen werden auf LED-Technik umgerüstet



Foto: HMWEVL Bild: Foto: HMWEVL

"Das ist ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz und ein Teil der Energiewende, die ja nicht nur aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien besteht, sondern ebenso aus Energieeinsparung und Energieeffizienz", sagt Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am 17. Januar 2017. "Die verschiedenen Förderprogramme greifen gut ineinander. Damit wurden und werden in den kommenden Jahren rund 85.000 Straßenleuchten in Hessen – das sind 17 Prozent des Bestands – modernisiert. Das ist ein großer Erfolg, der wesentlich von der 2015 von meinem Ministerium vorgestellten Energie-Agenda angestoßen wurde."

Ziel war es damals, insgesamt 50.000 konventionelle Straßenbeleuchtungen bis zum Jahr 2019 auf LED-Technik umzustellen. "Diese Zielmarke haben wir bereits heute weit übertroffen. Zählt man die mit EFRE-Geldern finanzierten Pilotprojekte in Gießen und Marburg und die mit Bundesmitteln im OVAG-Gebiet geförderte Umrüstungen mit sind inzwischen 25 Prozent der hessischen Straßenleuchten umgerüstet oder stehen vor der Umrüstung."

Die Straßenbeleuchtung macht durchschnittlich ein Drittel der Stromrechnung einer Kommune aus. LED-Technik kann den Verbrauch um 70 bis 80 Prozent verringern und verbessert dabei auch noch die Lichtverhältnisse. "Wenn wir unseren Energiebedarf bis zum Jahr 2050 vollständig aus erneuerbaren Quellen decken wollen, müssen wir auch effizienter mit Energie umgehen", erläutert der Minister. "Die Straßenbeleuchtung ist ein gutes Beispiel, dass wir dabei keinen Komfort einbüßen müssen – im Gegenteil."

Mit der Umrüstung von rund 85.000 LED-Leuchten können rund 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 5.700 Haushalten. Die CO2-Einsparung beläuft sich auf rund 10.700 Tonnen – jedes Jahr.

Für die Modernisierungen in Hessen haben das Land und der Bund seit dem Jahr 2016 rund 24,6 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt. Allein zwei Drittel der Leuchten werden über das hessische Kommunalinvestitionsprogramm gefördert. Dort können zwar keine Anträge mehr gestellt werden, die Förderprogramme des Bundes und des Hessischen Wirtschaftsministeriums laufen jedoch weiter. Beide wenden sich an unterschiedliche Empfängerkreise, die Zuschüsse liegen zwischen 20 und 31 Prozent der Kosten für Anschaffung und Montage. "Wir unterstützen aber auch Planung, Ausschreibung und Vergabe der Projekte. Denn gerade hier hängt es bei vielen kleineren Kommunen", sagt Al-Wazir.

Idstein war im Dezember 2016 die erste Kommune, die ihre Straßenbeleuchtung mit einer Förderung aus dem hessischen Landesprogramm modernisiert hat. Während der Projektumsetzung konnten höhere Energie- und Kosteneinsparungen realisiert werden, als ursprünglich geplant.

© HMWEVL

Insgesamt wurden in Idstein 1569 Leuchten auf LED modernisiert. Das Projekt wurde vom Land mit 56.284 Euro gefördert.

"Mit den neu installierten energiesparenden Leuchtmitteln und dem Erhalt der bestehenden prägenden Altstadtleuchten in Idstein sind wir hoch zufrieden. Die effiziente, umweltschonende LED-Beleuchtung gehört zu unserer Strategie, die Energiewende hier vor Ort Realität werden zu lassen", erklärt Christian Herfurth, Bürgermeister der Stadt Idstein. "Dies ist definitiv ein Beitrag zur Energieeinsparung: Denn dadurch werden Energiekosten in Höhe von 60.000 Euro jährlich eingespart sowie gleichzeitig - durch flächendeckende Ausleuchtung - 'Angsträume' verhindert."

Die Umstellung auf die LED-Technik reduziert einerseits den Stromverbrauch und die Energiekosten. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer der Leuchten von bisher vier auf über 20 Jahre. Durch eine durchgehende Beleuchtung, die in den Nachtstunden abgesenkt wird, erfolgt zudem eine verbesserte Beleuchtungsqualität. Die warmweiße Lichtfarbe von 3000 Kelvin verbessert die Sichtverhältnisse. Herfurth: "Da wir die Stadt Idstein als eine der ersten in ganz Hessen mit LED-Beleuchtung ausgestattet haben gelten wir in diesem Bereich als Vorreiter, wir bedanken uns beim Land Hessen für die Förderung."

In Heidenrod werden mit der Förderung des Landes 861 Leuchten auf LED modernisiert. Die Umrüstung wird mit voraussichtlich 30.055 Euro gefördert. Insgesamt können mit der modernen LED-Technik 185.000 kWh Strom eingespart werden. Das entspricht einer Einsparung von 71 Prozent im Vergleich zur alten Beleuchtung. "Ich kann allen Kommunen nur empfehlen, die Förderung zu nutzen", sagt Wilfried Herborn, Erster Beigeordneter der Gemeinde Heidenrod. "Die Investition in moderne LED-Straßenbeleuchtung amortisiert sich in fünf Jahren. Besseres Licht mit weniger Energie – das lohnt sich nicht nur für Umwelt und Klima, sondern auch für den Haushalt. Ich halte es für geradezu sträflich, sich diese Chance entgehen zu lassen."

In Gießen wurden bereits 2015 in Pilotprojekt des Wirtschaftsministeriums 4.000 Leuchten modernisiert. Die Energieeinsparungen belaufen sich auf 1,5 Millionen Kilowattstunden jährlich. Der Stromverbrauch konnte so um 80 Prozent reduziert werden. Eine Bürgerumfrage vor und nach Modernisierung ergab zudem hohe Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern. Mit Mitteln aus dem Kommunalinvestitionsprogramm sollen nun weitere 4.000 Leuchten modernisiert werden. Die Umrüstung soll 2019 abgeschlossen werden.

"Gießen hat im Jahr 2015 fünf Stadtteile und einzelne Quartiere der Kernstadt umgerüstet. In einer repräsentativen Befragung haben die Bürgerinnen und Bürger die neue LED-Beleuchtung in allen Kriterien von der Ausleuchtungsqualität bis zum subjektiven Sicherheitsgefühl als besser im Vergleich zu vorher bewertet", sagt Manfred Wunsch vom Tiefbauamt Gießen. "Neben der Energieeinsparung ist auch die Lichtverschmutzung erheblich geringer geworden. Derzeit untersuchen wir in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität, wie sich das auf Insekten und Fledermäuse auswirkt."

LED reduzieren nicht nur den Stromverbrauch, sondern sie rechnen sich auch für die Kommunen. Seit 2015 sind die Kosten für LED-Beleuchtungen um rund 50 Prozent gesunken. Im Ergebnis liegt die Amortisation bei 5 bis 10 Jahren. "Viele Kommunen haben die Kosten, die sich aus der Umrüstung auf LED ergeben, innerhalb von gerade mal fünf Jahren wieder raus. Ab dann sparen sie jedes Jahr bares Geld", sagt der Minister.

Der Minister ruft Städte und Gemeinden auf, die Programme zu nutzen: "Für jede Straßenleuchte in Hessen gibt es eine Förderung. Ein kostenloses Beratungsangebot des Landes für Kommunen und Energieversorger hilft dabei, den passenden Weg zu finden und die Maßnahme zu planen. Von den Vorteilen der LED-Beleuchtung sollen möglichst viele hessische Kommunen profitieren."

Zentraler Ansprechpartner für die Kommunen ist dabei die neu geschaffene Landesenergieagentur (LEA). Dr. Karsten McGovern, Abteilungsleiter der LEA: "Die effiziente Nutzung von Energie ist eine der wichtigsten Schritte bei der Energiewende. Die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel ist dafür ein relativ einfacher Weg mit dem ohne Komfortverlust Energie eingespart werden kann. Die Landesenergieagentur unterstützt gerne noch weitere Kommunen, die den Beispielen folgen wollen. Wir bieten Informationen, leiten an kompetente Stellen weiter und beraten bei Fördermitteln."

 

Kontakt:

HA Hessen Agentur GmbH
Konradinerallee 9
65189 Wiesbaden

Dr. Karsten MGovern
Abteilungsleiter Landesenergieagentur
Tel. +49 611 95017 8627
E-Mail: karsten.mcgovern@hessen-agentur.de

Thorsten Schulte
Leiter Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 611 95017 8114
E-Mail: thorsten.schulte@hessen-agentur.de

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Marco Kreuter
Pressesprecher
Tel.: +49 611 815 2020
E-Mail: presse@wirtschaft.hessen.de

 



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