• Bedarfs- und Strukturanalyse
• Krankenhausbedarfsplanung
• Wachstumsmarkt Gesundheitswirtschaft
• Soziale Infrastruktur
Der Gesundheitssektor ist in Hessen ein dynamischer Wirtschafts- und Dienstleistungszweig, geprägt von einer Vielzahl an Unternehmen, qualifizierten Arbeitsplätzen und zukunftsorientierter Forschung. Neben der Beobachtung und Analyse der wirtschaftlichen Aspekte des Gesundheitswesens stehen bei unseren Untersuchungen Fragestellungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgungsstrukturen und der Qualität der Versorgung im Vordergrund. Hierbei werden die Folgen, die mit der Veränderung der Altersstruktur einhergehen, besonders betrachtet, ferner neue Behandlungsangebote der Gesundheitsdienstleister, der medizinisch-technische Fortschritt sowie die Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme.
• Bedarfs- und Strukturanalyse
Für das Hessische Sozialministerium führen wir Bedarfs- und Strukturanalysen im Bereich der stationären Versorgung durch. Aktuelle Arbeiten beziehen sich dabei auf bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen in der Neurochirurgie, der Onkologie und bei schweren Schädel-Hirn-Schädigungen.
Wir haben die Gesundheitsberichterstattung für Hessen aufgebaut und die Berichte 1993, 1996 und 2001 erstellt. Die Berichte geben in differenzierter Form Aufschluss über den Gesundheits- bzw. Krankheitszustand der hessischen Bevölkerung sowie die Einrichtungen des Gesundheitswesens im Bundesland und bietet eine vertiefende Analyse der vorliegenden Daten auf der Ebene der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte. Seit 2003 ist eine Landesdienststelle mit der Herausgabe des Berichts betraut, die Hessen Agentur unterstützt diese Dienststelle weiterhin mit Datenauswertungen.
Über mehrere Jahre hinweg haben wir gemeinsam mit einem Partnerinstitut die Entwicklung der Tagesklinik in der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) wissenschaftlich begleitet. Empirische Untersuchungen dienten dazu, das teilstationäre Leistungsgeschehen der DKD gegenüber ambulantem und stationärem Bereich abzugrenzen.
In einer vergleichenden Analyse haben wir die Finanzierungsstrukturen der Gesundheitssysteme aller EU 15-Staaten und der Schweiz unter den Rahmenbedingungen der Globalisierung und der demographischen Entwicklung untersucht. Dabei interessierte insbesondere, welche Akteure in die Finanzierung der Gesundheitskosten eingebunden sind. Ebenso werden die gesundheitsökonomischen Debatten und die Reformoptionen für die zukünftige Ausgestaltung des Finanzierungssystems in den einzelnen Ländern betrachtet.
• Krankenhausbedarfsplanung
Als Gemeinschaftsveröffentlichung des Hessischen Sozialministeriums und der Hessen Agentur wurde der Hessische Krankenhausrahmenplan 2009 - Allgemeiner Teil herausgegeben. Neben Planungsgrundsätzen bietet dieser Allgemeine Teil eine Prognose des Kapazitätsbedarfs der hessischen Krankenhäuser bis zum Jahr 2009. Der Allgemeine Teil ist Arbeitsgrundlage für die so genannten regionalen Krankenhauskonferenzen, die mit ihm die Versorgungsstrukturen in Form von regionalen Planungskonzepten weiter-entwickeln. Über die Sicherung der ortsnahen Notfallversorgung und die Anpassung der Kapazitäten an den tatsächlichen Bedarf hinaus geht es dabei vor allem darum, die regionalen Strukturen durch Abstimmung, Schwerpunktbildung und integrative Versorgungskonzepte zukunftsfest zu machen.
In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium legten wir den Allgemeinen und den Besonderen Teil des Krankenhausrahmenplans 2005 vor. Die Krankenhausplanung des Landes beschränkt sich nur noch auf eine strukturierende Rahmenplanung, in der lediglich die Planungsgrundsätze und -ziele festgelegt werden. Diese sind z. B. Strukturvorgaben für die wohnortsnahe Notfallversorgung und die besonderen überregionalen Aufgaben sowie Gestaltungsregeln für die so genannten regionalen Versorgungs- bzw. Planungskonzepte. Insbesondere zur Sicherung der ortsnahen Grund- und Notfallversorgung gibt der Rahmenplan dabei bevölkerungs- und entfernungsbezogene Kriterien vor. Neben der Ausarbeitung der Strukturanforderungen haben wir Prognosen zur Ermittlung des Bedarfs an Krankenhauskapazitäten bis 2005 für die jeweiligen Versorgungsgebiete geliefert. Dabei zeigte sich, dass landesweit von einer Reduktion der derzeit vorgehaltenen Krankenhausbetten um rund zehn Prozent bis zum Jahr 2005 auszugehen ist. In den Fachgebieten mit konservativem Behandlungsschwerpunkt fielen die Reduktionspotenziale unterdurchschnittlich, in den chirurgischen und chirurgienahen Fachgebieten hingegen überdurchschnittlich hoch aus. Regional schwanken die Bedarfsanpassungen zwischen vier und 14 Prozent.
Im Hinblick auf die öffentliche Krankenhausfinanzierung erfolgt die Bemessung pauschaler Fördermittel für kurz- und mittelfristige Investitionsgüter der in den Krankenhausplan des Landes aufgenommenen Krankenhäuser aufgrund gesetzlicher Änderungen an der Zahl der behandelten Patienten. Wir haben im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums eine Systematik entwickelt, die es ermöglicht, unter Zuhilfenahme von geeigneten Gewichtungsfaktoren das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen am Investitionsaufwand orientiert zwischen den Krankenhäusern zu verteilen.
• Wachstumsmarkt Gesundheitswirtschaft
Die Gesundheitswirtschaft wird volkswirtschaftlich in einer Vielzahl von Analysen als eine der Wachstumsbranchen der kommenden Jahrzehnte beschrieben. Zur Gesundheitswirtschaft – in einem weiten Sinne – zählen neben medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungsanbietern im stationären wie ambulanten Bereich und Unternehmen aus dem so genannten Wellness-Bereich auch industriell geprägte Branchen wie die Medizintechnik, die Pharmazie und die Biotechnologie.
Die Wachstumsimpulse der Gesundheitswirtschaft werden insbesondere als Resultat des demografischen Wandels und der damit in Verbindung stehenden Zunahme des Anteils älterer und hochbetagter Menschen gesehen: Aufgrund altersabhängige Erkrankungs- und Hilfsbedürftigkeitsraten steigt die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleitungen.
Durch den vergleichsweise personalintensiven und standortgebunden Charakter der medizinischen, rehabilitativen und pflegerischen Dienstleistungen werden mit dem Wachstum der Gesundheitswirtschaft Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt verbunden.
Darüber hinaus ist in fortentwickelten Volkswirtschaften generell ein Wandel der Präferenzstruktur festzustellen: Der Anteil des Einkommens, der für gesundheitsnahe Güter und Dienstleistungen ausgegeben wird, nimmt zu. Dies zeigt unter anderem der Erfolg des Wellness- und Lifestyle-Bereichs in den letzten Jahren.
Die Medizintechnik, die Pharmazie sowie die Biotechnologie als Segmente der Gesundheitswirtschaft zeichnet unter standortstrukturellen Gesichtspunkten zudem eine hohe wirtschaftliche Dynamik aus. Sie gehören zu hochwertigen, forschungsintensiven Wertschöpfungsbereichen, die die Wettbewerbsfähigkeit einer Region stärken und einen nicht unerheblichen Beitrag zum regionalen Lohnniveau leisten.
Wachstumspotenziale der Gesundheitswirtschaft sind aber auch im Hinblick auf den Warenexport zu erwarten: So gehört nicht zuletzt der Markt für medizinisch-technische Ausrüstungen und Instrumente zu den besonders expansiven Wirtschaftsbereichen.
Die Hessen Agentur hat bereits in mehreren Gutachten (u.a. Medizintechnik in Hessen – Strukturen und Potenziale – Ergebnisse einer Unternehmensbefragung, Gesundheitsstandort Hessen – Eine Vermarktungsstrategie für Patienten aus dem arabischen Raum, Kur und Rehabilitation in Hessen) die Bedeutung der Gesundheitsbranche für die wirtschaftliche Entwicklung Hessens herausgearbeitet.
Ansprechpartner:
Bosco Lehr
Tel: 0611-774-8413
E-Mail: bosco.lehr@hessen-agentur.de




